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Es gibt bei den Schlangen verschiedene
Jagdtechniken. Grundsätzlich unterscheiden sich diese durch die
Tötungsart des Opfers. wir reden hier hauptsächlich von Würgeschlangen
und Giftschlangen. Auf die Giftschlangen gehe ich unter der eigenen
Rubrik Giftschlangen
näher ein. Hier möchte ich nun speziell die Würgeschlangen beschreiben.
Würgeschlangen
Diese Jagdform ist bei den knapp
2800 verschiedenen Schlangenarten am weitesten verbreitet. Wenn von
Würgeschlangen die Rede ist, denken viele sofort nur an die grossen
Pythonschlangen und Boas. Das hat allerdings nichts mit der Grösse zu
tun. Unter einer Würgeschlange versteht man fast alle ungiftigen
Schlangen. Manche Schlangen würgen wirklich, in dem sie das Opfer
umschlingen, andere erdrücken das Beutetier indem sie es gegen einen
Stein oderähnliches pressen, oder sie töten das Beutetier mit alleiniger
Hilfe der Kieferkraft. Jungschlangen fressen ihr Beutetier nicht selten
lebendig ohne es vorher zu töten. Die Würgeschlangen haben aglyphe
Zahnreihen, welche nur dazu dienen das Opfer zu packen und an der Flucht
zu hindern. Deshalb sind die Zähne sehr spitz und nach innen gebogen. So
funktionieren sie wie kleine Widerhaken.
Die Schlange packt nun das Opfer
mit den Zähnen und schlingt blitzschnell ihren Körper in einer oder
mehreren Schlingen um den Körper des Opfers. Dabei zieht die Schlange
ihre Körperschlaufe eng zusammen und arretiert in dieser Position. Jedes
Mal wenn nun das gefangene Opfer ausatmet, zieht sie die Schlinge enger
zu und hindert das Opfer dadurch am erneuten Einatmen. Dies tut sie so
lange, bis sie keinen Pulsschlag vom Opfer mehr spürt. Erst jetzt löst
sie die Schlingen langsam und beginnt das Opfer ausgiebig zu bezüngeln.
Das Züngeln stellt eine wichtige
Funktion bei der Nahrungsaufnahme dar, da es den Verdauungsapparat
anregt und die Magensäfte aktiviert. Ab diesem Moment ist die Schlange
hellwach und im sog. Blutrausch. Jede Bewegung animiert die Schlange
jetzt zum erneuten zupacken. Daher darf bei der Fütterung oder kurz
danach niemals im Terrarium herum hantiert werden.
Nach einiger Zeit sucht die
Schlange den Kopf und beginnt das Opfer vom Kopf an zu fressen, selten
fangen sie auch hinten an, aber nur wenn das Opfer entsprechend klein
genug ist. Dabei wird jede Zahnreihe stück für Stück abwechselnd nach
vorne gesetzt und die Schlange zieht quasi ihr Maul langsam über das
Beutetier. Es ist faszinierend zu sehen was für Nahrungsbrocken so eine
Schlange auf einmal verdrücken kann wie man hier am Beispiel eines
afrikanischen Felsenpythons (Python sebae) mit einer knapp 60Kg
schweren Gazelle sehen kann.

Dabei ist sie in der Lage ihren
Kiefer auszuhängen und den Maulumfang auf ein Maximum der
Hautdehnbarkeit zu erweitern. Im Unterkiefer befinden sich zwei
Zahnreihen die in "losen" Kieferknochen sitzen und flexibel, unabhängig
voneinander bewegt werden können. Nachdem die ersten 2/3 des Beutetiers
verschlungen sind, übernimmt die Halsmuskulatur den Weitertransport in
den Magen. Während diesem gesamten Vorgang ist die Schlange schutzlos
ausgeliefert, denn ihre einzige Verteidigungswaffe, die Zähne sind
blockiert. Nach so einer Mahlzeit brauchen Schlangen meist Wochenlang
gar nichts mehr zu fressen und sind nur mit verdauen beschäftigt.
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